(Warschau, BD) Die Solidarnosc feierte gestern das dreißigjährige Jubiläum der Streiks von 1980. Eingeladen waren Walesa, Komorowski, Tusk, Kaczynski und etliche andere.

Ein unglaubliches Bild zeigte sich gestern in Gdingen:  Walesa fuhr gar nicht hin. Tusk kam, wurde aber massiv ausgepfiffen. Henryka Krzywonos, eine Straßenbahnfahrerin, die den Streik im August 1980 bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben in Danzig begonnen und angeführt hatte, setzte sich laut für Tusk und eine breite Verständigung ein, wurde ausgepfiffen und vom heutigen Solidarnosc-Vorsitzenden Janusz Sniadek vom Rednerpult fast gewaltsam abgeführt.

Wer es gesehen hat muss sich fragen: ist von der großen Bewegung, die Polen in die Freiheit reißen konnte, noch etwas übrig? Oder ist die Solidarnosc heute nur eine politische Bewegung, die der einen oder anderen Partei Untertützung leistet und von speziellen Schutzvorschriften für Gewerkschaften profitiert ? Lech Walesa sagt ‘Nein’ zum ‘Status quo’ und appelliert um Selbstauflösung der Gewerkschaft. Die emotionsbeladene Diskussion in Polen dauert an.

Bartek
Über den Autor

Bartek

Bartek ist Finanz- und Wirtschaftsexperte und lebt in Warschau. Er beschäftigt sich intensiv mit Kurs- und Finanzmarktentwicklungen, ist aber auch politisch, sportlich und gesellschaftlich interessiert.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>